Deutschland

Manfred Vogt

Heimat und Deutschland
„Limeshain liegt zwischen Niederrhein und Franken“. Heimat hatte bei mir einen größeren Horizont, da ich meine Brötchen 17 Jahre in Wesel, Duisburg und Nürnberg verdient habe. Auch hier habe ich Heimat gefunden mit vielfältigen Naturlandschaften, in denen ich gerne fotografisch unterwegs war. „Heimat ist da, wo der Kaffee am besten schmeckt“, sagt meine Frau Karin. Und sie hat Recht. Heimat ist nicht nur ein Ort, Heimat ist auch ein Gefühl. Heimat ist dort, wo man sich wohlfühlt.

Heimat ist nun seit meinem Ruhestand die Region Wetterau / Vogelsberg mit ihren wunderbaren Auen- und Streuobstgebieten, in denen ich mich gerne als Naturschützer und als Naturfotograf aufhalte.

In Bezug auf die Naturfotografie ist Heimat und Deutschland der Bereich, der oft und in kurzer Zeit aufgesucht werden kann – im Gegensatz zu entfernten Gebieten, die nur im Rahmen einer Urlaubsreise besucht werden.

Dies hat den Vorteil, dass man zu unterschiedlichen Tageszeiten, Jahreszeiten und bei unterschiedlichen Lichtstimmungen einen Lebensraum mehrfach aufsuchen kann und unter optimalen Bedingungen fotografiert.

Auch besteht die Möglichkeit, das Motiv zu erarbeiten – im Gegensatz zu den Urlaubsreisen, bei denen man weitgehend von Zufallsbegegnungen abhängig ist.

Der Besuch im Fotorevier kann zu Fuß, mit dem Rad und mit dem Auto durchgeführt werden.

Absprachen mit Besitzern von Grundstücken für die Betretung oder die Aufstellung von Tarnzelt o.ä. ist in der näheren Umgebung einfacher durchzuführen.

Thüringen
In Thüringen konnte zusammen mit den Falknern der Rennsteig-Falknerei bei einem Greifvogel-Fotoworkshop der Firma Lodzig unter idealen Bedingungen verschiedene Greifvogelarten in freier Natur fotografiert werden.

Kranichrast Zingst
Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft beinhaltet Ostsee- und Boddengewässer sowie Landflächen Vorpommerns im Bereich der Halbinsel Darß-Zingst sowie der westlich der Insel Rügen gelegenen Gewässer.

Der Nationalpark stellt einen repräsentativen Ausschnitt der vorpommerschen Küste sowie der Flachwasserzone der Ostsee als größtem Brackwasserlebensraum der Erde dar. Er umfasst die Flachwasserökosysteme der Ostsee, Windwatten, Nehrungen, Strände und Dünen.

Jährlich zieht es viele Naturfotografen wegen der Kraniche im Herbst, aber auch im Frühjahr, in diese Region. Sie kommen „bewaffnet“ mit langen Teleobjektiven vor den Kameras. Sie wollen das einmalige Naturschauspiel der Kranichrast erleben.

Bis zu vierzigtausend dieser grauen Großvögel rasten auf ihrem Flug aus Schweden und den baltischen Ländern vor ihrem Weiterflug nach Südfrankreich und Spanien an der Ostsee und den Bodden.

Am Tag fliegen die Kraniche auf das Festland und fressen sich auf den Feldern ausreichend Fettreserven für den langen Weiterflug an. Abends bei Sonnenuntergang fliegen sie laut trompetend zu den Schlafplätzen auf der Insel Kirr und den Werderinseln östlich der Halbinsel Zingst. Hier schlafen sie stehend im flachen Wasser und sind somit geschützt vor Füchsen.

Weil die vielen Vögel Fraßschäden auf den Feldern der Bauern anrichten können, wird auf einigen Flächen eine sogenannte Ablenkfütterung durchgeführt. Dabei werden große Mengen Futter (überwiegend Mais) vor Sonnenaufgang auf die Felder ausgebracht. Hier kann man dann von Beobachtungspunkten und Fotohütten die Kraniche gut beobachten und fotografieren.

Helgoland
Helgoland liegt rund 70 km von der Küste entfernt in der Deutschen Bucht. 1720 wurde die natürliche Verbindung zwischen Hauptinsel und Düne durch eine Sturmflut zerstört, sodass das Eiland heute aus der roten Buntsandsteinscholle mit Steilküste, die 61 m hoch aus dem Meer ragt und einer kleinen, vorgelagerten Nachbarinsel, der Badedüne, besteht. Die „Hauptinsel“ hat eine Größe von ca. 1,0 qkm, die benachbarte Badedüne eine Größe von 0,7 qkm. Helgoland hat 1.300 Einwohner.

Vor allem im Frühjahr und im Herbst ist Helgoland Rastplatz für zigtausende von Zugvögeln. Auf Deutschlands einzigem Vogelfelsen, dem Helgoländer Lummenfelsen, lassen sich jedes Jahr von April bis September Verhalten und Brutbiologie einer Seevogelkolonie mit mehr als 5.000 Vogelpaaren – insbesondere der Baßtölpel – beobachten. Die Baßtölpel, Lummen und Dreizehenmöwen können während der Brutzeit gut vom Klippenrandweg auf dem Oberland aus beobachtet und fotografiert werden. Der Weg kann zwar nur zu Fuß begangen werden, ist allerdings sehr gut ausgebaut, sodass die schwere Fotoausrüstung mit einem Beach-Rolly o.ä. gut transportiert werden kann. Insbesondere Flugaufnahmen der Baßtölpel sind vom Klippenrandweg morgens und abends gehr gut möglich. Das Licht ist bei unbewölkter Sonne um die Mittagszeit sehr intensiv und kaum geeignet die cremefarbenen Vögel zu fotografieren, bei Windstille kann es im Sommer auf dem baumlosen Oberland auch sehr heiß werden. Mittlerweile brüten die Baßtölpel auch direkt neben dem Fußweg, sodass aus der Nähe gute Flugaufnahmen der wunderschönen Vögel möglich sind.

Ein ganz besonderes Ereignis gibt es am Nordstrand der Düne bei vorsichtiger Annäherung zu fotografieren. Hier befindet sich ein Ruheplatz für Seehunde und Kegelrobben, die man aus einiger Entfernung beobachten kann. Die Tiere sind wenig scheu und können auf eine Entfernung von ca. 30 Metern (=Sicherheitsabstand) gut aufgenommen werden.